Das klappt doch prima, Kristina!

Als wir Kristina Schröder die letzten Male getroffen haben, hatte sie es noch sehr schwer. Lotte Marie hielt sie nächtelang auf Trab, ihr Mann Olé spielte immer nur mit seiner Eisenbahn, dann stritt sie sich mit der Obermutti Ursula von der Leyen. Inzwischen hat sie eine eigene Prämie beschlossen, Lotte Marie schläft beruhigt die ganze Nacht durch, nachdem Mutti Kristina ihr genderneutrale Gottesgeschichten vorgelesen hat. Die Karriere der Kristina Schröder trägt allmählich Früchte. Wir von MILFs gegen Merkel freuen uns sehr über diese neue Selbstsicherheit unserer Ministerin und waren darum mit Kristina shoppen, um uns von allen Neuigkeiten berichten zu lassen. 

Wir treffen uns wieder unter den Linden. Kristina liebt das Regierungsviertel. Die Nähe zum Arbeitsplatz, die teuren Geschäfte, das reichhaltige Angebot und das Fehlen von Arbeits-, Obdach- oder Mittellosen sagen ihr besonders zu. Wir treffen sie Ecke Friedrichstraße und Kristina kann kaum abwarten, dass wir loslegen.

“Hallo MILFs!”, begrüßt sie uns eher beiläufig und steuert auch schon das erste Geschäft an. “Kommt mit! Ich will zu dussmann!”, ruft sie aus und wir erkennen gleich: Hier hat sich einiges getan! Sie wirkt fröhlich und ausgelassen.

“Aber was wollen wir denn im Kulturkaufhaus?”, fragen wir erstaunt.

“Ich habe jetzt ein neues Image!”, erklärt Kristina. “Mein neues Ich liest Bücher und macht sich Gedanken über den gender-mainstream und so.”

Bei dussmann läuft Kristina dann erst mal auf ihr eigenes Buch zu. “Kennt ihr das schon?”

Sie hält es in die Höhe. “Danke, emanzipiert sind wir selber!” prangt von dem Buch.

“Hmh, heißt das nicht “selbst”?”, zweifeln wir und Kristina lacht.

“Ja, das war die alte Kristina! Die war nicht gebildet genug für solche Feinheiten. Aber dank Christoph kehre ich das jetzt alles um. Das Buch war gut. Ich werde davon Lotte Maries Privatunterricht bezahlen können, aber die neue Kristina weiß das alles besser als die alte.”

“Wer ist denn Christoph?”, fragen wir und werden stutzig. Schließlich haben wir erst vor kurzem von den Gerüchten gelesen, Frau Schröder betrüge ihren Olé hier und da. Ist da etwa was dran? Wir haken nach und Kristina lächelt von einer zu der anderen Halsseite. “Christoph Steegmans meine ich doch! Das ist mein Pressesprecher. Und der ist toll! Aber ins Bett gehe ich mit dem nicht. Er schielt auch, muss man wissen.”

Das bringt uns auf eine prima Idee.

“Frau Schröder! Um die Ecke ist doch ein Optiker. Wollen wir einen Sehtest machen?”

Das findet sie eine gute Idee. Sie mag Tests, sagt sie. Neulich habe sie erst einen in einer Frauenzeitschrift gemacht, mit dem Ergebnis, dass sie keine gute Hausfrau sei. Sie hätte dann bei Ursula angerufen, mit der sie inzwischen ja sehr viel besser zurechtkäme und die hätte ihr dann geholfen, den Test noch einmal zu machen, sodass am Ende herauskam, dass sie Karriere und Familie TOP unter den Hut bekomme.

“Ein erfreuliches Ergebnis!”, jubelt sie. “Christoph wird deswegen noch eine Bundespressekonferenz einberufen. Damit wir das Volk unterrichten können.”

Beim Optiker genießen wir Sonderbehandlung. Das Volk kennt seine Ministerin anscheinend. Wir werden mit offenen Armen empfangen und als wir unseren Wunsch äussern, mit der Ministerin einen Sehtest vornehmen zu lassen, winkt man uns gleich nach hinten durch. Kristina setzt sich auf den Sessel und lässt sich die aufwendigen Apparaturen vor’s Gesicht spannen, wir uns auf die Folter. Wie wird Kristina im Test abschneiden?

Die Optikerin fragt Kristina freundlich, was sie in der ersten Reihe sehen könne.

“Mich!”, antwortet sie aufgeregt.

“Das sind Zahlen, Frau Schröder!”, klärt die Optikerin freundlich auf.

“Die Nummer Eins!”, ruft Kristina ausgelassen.

“Also gut. Was sehen sie daneben?”

“Nichts.”, antwortet Kristina.

“Versuchen wir etwas anderes!”, schlägt die Optikerin vor und schiebt eine neue Folie auf den Projektor. Wir sehen nun eine lange Straße in der Flucht, hinten ein paar Berge und am blauen Himmel einen grünen Heißluftballon mit blauen und roten Streifen.

“Was können sie hier erkennen?”, fragt sie.

“Ich sehe Geld und Ruhm. Ich sehe ganz viele Schlagzeilen und ich kann Poster sehen mit meinem Gesicht, die in Jugendzimmern herumhängen.”

Frau Schröder gluckst, die Optikerin schüttelt den Kopf. Wir entschuldigen. “Es ist ihr neues Image!”, sagen wir und ziehen Kristina aus dem Laden. “Sie braucht DRINGEND eine Brille!”, ruft die Optikerin uns hinterher.

“Blödsinn!”, findet Kristina. “Ich brauche dringend eine kosmetische Beratung.” Und sie läuft schnurstracks auf eine Parfümerie zu. Wir verlieren sie kurz in der Menschenmenge. Als wir den Laden betreten, sitzt sie bereits vor einem Spiegel und unterhält sich mit einer der Angestellten. Wir eilen hinzu und schnappen auf, dass Kristina ein freundlicheres Gesicht geschminkt haben möchte. Die Angestellte lächelt irritiert freundlich und wir setzen uns auf einen Sessel neben dem Spiegel.

“Können wir jetzt kurz ein wenig über deinen ersten Erfolg sprechen? Über das Betreuungsgeld?”

“Aber das interessiert mich doch wirklich nicht!”, lacht Kristina. Das sieht allerdings tatsächlich gar nicht freundlich aus. Hoffentlich versteht die Angestellte der Parfümerie ihr Handwerk. Vielleicht sollte sie da auch lieber Ursula fragen? Die hat ja schließlich den Kosmetikpreis 2011 gewonnen. “Das verstehen wir jetzt aber nicht. Das ist doch dein erster richtiger Erfolg. Warum möchtest du denn darüber nicht reden?”

Kristina winkt ab, im Hintergrund sehen wir die Angestellte, die sich mit mehreren anderen beratschlagt. “Das ist Politik, Mädels! Und darum geht es nicht! Ich dachte, ihr MILFs hättet Savoir-vivre.”

“Nun, aber das meinen wir doch wohl auch!”, verteidigen wir uns. Die Angestellten im Hintergrund sehen zermürbt und ratlos aus. “Ich will berühmt sein, Kinder! Ich interessiere mich gar nicht für Politik. Ich mache Karriere!”

Erst zögern wir, dann müssen wir ihr einfach gratulieren. “Genial!”, finden wir das. “Einfach genial. Dann sind wir also gar nicht emanzipiert oder was?”

“Gott ist auch nicht emanzipiert. Ist doch egal. Das ist sowieso alles gar nicht meine Meinung. Aber ich habe ein Talent zum Auswendiglernen. Der Christoph sagt, damit komme ich noch ganz weit.”

Wir sind beeindruckt. Tatsächlich. Frau Schröder weiß, wie der Hase läuft. Ein Ministerium kann Glanz und Glorie sein. Mann muss es nur richtig anstellen. Dieser Christoph Steegmans ist ein Fuchs. Wir werden versuchen, Ihn auch als Sprecher für die MILFs anzuwerben. Die Angestellte kommt nach einer Weile zurück und rät zu einem Lachyogakurs. Sie könne nicht wirklich weiterhelfen, einen Glanz von Lebendigkeit in Kristinas Gesicht zu gestalten. Wir raten zu Ursula und Kristina schlägt ein:

“Es war mir eine Freude, MILFs! Danke für den Tipp!”

“Business as usual, Kristinchen. Du weißt doch: Die MILFs gegen Merkel sind für alle Frauen da!”

 

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